Thesen zum Thema Mission (Ev. Sammlung in Württemberg, 26. 2.2003; Arnold, Bräuchle, Ellinger)

 

Vorbemerkung:

In der aktuellen theologischen und politischen Diskussion sind die Themen Mission bzw. Evangelisation einerseits und Dialog der Religionen andererseits in hohem Maße emotional besetzt. Dadurch wird das Gesprächsklima oft unnötig polarisiert. Dem wollen wir mit dem folgenden Beitrag entgegenwirken und einige Anregungen geben, das Thema „Evangelisation und interreligiöser Dialog“ unter dem großen Motto „Mission in die Welt“ zu betrachten und neu zu überdenken:

 

I. Mission als Werk des dreieinigen Gottes durch die Kirche

1.      Mission als missio Dei (trinitätstheologisch)

Mission geht von der „Mission“ (lat. missio = Sendung) des dreieinigen Gottes aus[i]. In der Schöpfung ruft Gott die Welt und den Menschen ins Sein und erschafft ihn als Gegenüber seiner Liebe. Gott ist ein liebevoller, ein leutseliger Gott (Tit 3,4), er hat Lust zu uns. Er adelt den Menschen als Kind und König (Ps 8,5f) und redet ihn an in Zuspruch und Anspruch (Gen 2,16f; Ex 20,2). Er macht ihn zu seinem Ebenbild und Stellvertreter (Gen 1,26-28) und sendet ihn in den Garten, um ihn zu bebauen und zu bewahren (Gen 2,15, vgl. 3,23)[ii]. Er setzt den Menschen zum Segensträger (Gen 1,28) für die kommenden Generationen und für die ganze Schöpfung. So wendet sich Gott dem Menschen zu, redet ihn als Person an und sendet ihn, Leben weiterzugeben, zu bewahren und Schöpfung zu gestalten.

Obwohl der Mensch sich sündigend von Gott abgewandt hat, bleibt Gottes Treue bestehen. Im ersten Bund, dessen Grundlage die zehn Gebote sind (vgl. Ex 20,2-17), bekommt das erwählte Volk Israel eine Magna Charta, die bis heute für das Zusammenleben der Völker wertvoll und praktikabel ist. In den prophetischen Schriften des Alten Testamentes deutet sich gar eine Sendung Israels für die Völker an unter dem großen Vorzeichen eines neuen, ewigen Bundes (vgl. Jer 31,31-33; Jes 55,3-5).

Gottes Sendung gipfelt in der Sendung des Sohnes in die Welt (vgl. Joh 3,17; Rö 8,3.4) uns zum Heil und Gott zur Verherrlichung (vgl. Joh 17,3-5). In der Menschwerdung und Kreuzigung nimmt Gott selbst Anteil am Schicksal des gefallenen Menschen und stiftet Versöhnung für die Menschheit und den Kosmos, die einst in Fülle offenbar werden wird.

In Joh 20,21ff wird diese Sendung des Sohnes Gottes verknüpft mit der Sendung der Jünger und des Geistes: „Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nehmet hin den Heiligen Geist“. Die missio des Heiligen Geistes geschieht somit durch die „leibliche“ Sendung der Kirche in die Welt (vgl. Matth. 28,19) als Fortsetzung der Sendung Christi, die ihrerseits missio Dei (vgl. Joh 3,16f) ist. Sie wird getragen von der Vollmacht (Matth. 28,18) und der Verheißung des Auferstandenen (Mt 28,20)[iii] und lebt aus der Kraft und der Freude des Ostersieges.

 

2.      Mission als Hinwendung zum Menschen (anthropologisch)

Adressat der Mission Gottes ist der Mensch, der sich, obwohl er geliebtes Geschöpf ist und bleibt, immer wieder von seinem Gott abwendet. Was Gott ihm als Lebenshilfe und heilvolle Ordnung gegeben hat, die zehn Gebote, wird als Gesetz zur tödlichen Anklage (Rö 2,11-16; Rö 3,23). Es geht deshalb darum, dem Menschen vom Evangelium her eine rettende Perspektive aufzuzeigen: „Ohne Gott bist du ein verlorener Mensch. Aber in Jesus Christus gibt Gott dich nicht verloren.“ Deshalb „dürfen wir größer vom Menschen denken, als er über sich denkt.“[iv]. Mission heißt, sich dem Menschen zuzuwenden, ihn anzureden als ein von Gott geliebtes Geschöpf, als nicht auf ewig verworfenen Sünder, kurz: als einen, dem Gottes Gnade und Versöhnung gilt.

Der Schöpfungsauftrag Gottes an alle Menschen bleibt indes bestehen, auch der natürliche, sündige Mensch, der sich nicht zu Christus bekennt, verliert das Prädikat der Ebenbildlichkeit nicht. Der Auftrag, für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einzustehen, gilt allen Menschen, welcher Religion sie auch immer angehören.

 

3. Mission als missionarische Körpersprache des Leibes Christi (ekklesiologisch)

Barmen III hat in wünschenswerter Klarheit formuliert: „Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, daß sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.“[v] Mission ist demnach Aufgabe der ganzen Gemeinde (nicht nur des Pfarramts) in Wort und Tat. Mission ist Lebens- und Wesensäußerung von Kirche für die Welt.

Daher braucht Kirche eine einladende „missionarische Körpersprache“, die Sprache des ganzen Leibes Christi (1 Kor 12; Eph 4,4-6), wie sie in Verkündigung, Diakonie und Lob Gestalt gewinnt.

Mission hat Anteil an der Versöhnung, wie sie in Kreuz und Auferstehung Christi erworben ist (Rö 4,25; 2 Kor 5,18f), eine Versöhnung, die von Gott gestiftet ist zur gegenseitigen Mitteilung in der Gemeinschaft des Leibes Christi (vgl. Rö 15,2-7; Kol 3,16f).

So verstanden ist Mission gelebte Versöhnung und richtet sich an alle Menschen, „Juden und Griechen“ (1Kor 9), Insider und Kirchenferne.

 

4.      Mission als Kommunikation des Evangeliums (soteriologisch)

Mission ist Kommunikation des Evangeliums in Wort und Tat. Dafür gibt es eine zweifache Begründung im Wirken Jesu selbst. Der Mensch gewordene und auferstandene Jesus gebietet und verheißt[vi] seinen Jüngern, das Evangelium wirkmächtig auszuteilen:

4.1. Kommunikation des Evangeliums ist uns aufgetragen

Evangelium wird gemäß dem Mandat Jesu Christi (vgl. Matth. 28,19f; 2 Kor 5,17-20) in Wort und Tat von der Kirche verkündigt. Es wird leiblich dargereicht, zu hören in der Verkündigung, zu greifen und zu schmecken in den Sakramenten, sichtbar und erfahrbar in der Tat der Liebe. Zu dieser Sinnlichkeit (vgl. Ps 34,9) gehört die Freude der Zeugen (Phil 4,4). Sie spiegelt die Lust wider, die Gott an uns hat, wenn wir seine Gnade annehmen und uns von ihm beschenken lassen. Dass das Evangelium weitergesagt wird, braucht also den freudigen Gehorsam der Zeugen.

4.2. Das Evangelium ist selbst wirkmächtiges Wort

Evangelium kommuniziert sich selbst aufgrund der Zusage Gottes, dass sein Wort nicht leer zurückkommt (Jes 55,11): Durch den wirkmächtigen Zuspruch des Evangeliums dürfen wir Menschen einladen zum großen Fest des Reiches Gottes. Der Heilige Geist eröffnet dem Menschen die Wahrheit des Evangeliums und eignet ihm so das Heil Gottes, wie es Jesus Christus (2 Kor 5,18, vgl. Kol 1,20) erworben hat, zu[vii]. Dazu schreibt Martin Luther in seinem Großer Katechismus zum dritten Glaubensartikel: „Dass nun solcher Schatz nicht begraben bliebe, sondern angelegt und genossen würde, hat Gott das Wort ausgehen und verkünden lassen, darin den heiligen Geist gegeben, uns solchen Schatz und Erlösung heimzubringen und zuzueignen“[viii].

 

5.      Mission im Spannungsfeld von „Schon jetzt und Noch nicht“ (eschatologisch)

5.1. Bekehrung als Einpflanzung einer neuen Gewissheit

Mission geschieht unter eschatologischer Perspektive, ihr Horizont ist die Ewigkeit Gottes. Es geht darum, dass die schlechthin neue Situation[ix] der Versöhnung in Christus (Kol 1,20) erkannt und ergriffen wird, zum Menschen kommt, ihn befreit und zum Staunen und Loben anstiftet. Genau dies ist die eschatologische Mission des Heiligen Geistes durch seine Kirche, durch das „Amt, das die Versöhnung predigt“ (2 Kor 5,18).

Ist damit das Ideal einer Bekehrungsmission formuliert? Ja und nein. Nein, insofern weder an unserer Evangelisation noch an der „Entscheidung“ eines Menschen seine Rettung hängt, beide sind von Gott gewirkt. Und doch geht es auch um Bekehrung, um Umkehr von falschem Leben und falschem Glauben, von falschen Sicherheiten und falschen Götzen (vgl. 1 Thess 1.9) , um die Einpflanzung einer schlechthin neuen Glaubens- und Lebensgewissheit durch den Hl. Geist, die im Ostersieg Jesu Christi ihren Grund hat (Mt 28,18, vgl. Apk 1,17f). In Christus gewinnen wir durch den Glauben eine neue Identität (Gal 2,20), wir werden eine neue Kreatur (2 Kor 5,17).

5.2. Natürliche Gotteserkenntnis und begründete Gewissheit des Heils

 Aber diese Siegesgewissheit Jesu Christi darf kein triumphalistischer Anspruch der Kirche sein.

Im Blick auf den Umgang mit Menschen anderer Religionen ist dies wichtig, zumal es auch unter ihnen Gotteserkenntnis gibt. Das ist biblisch gut bezeugt (vgl. Rö 1,19f; Gen 14; 2 Kön 5).

Zu unterscheiden ist hier allerdings zwischen Gotteserkenntnis und Heil: Von den Juden einmal abgesehen (vgl. Rö 11,26f), dürfen wir bei anderen Religionen zwar eine gewisse Gotteserkenntnis (vgl. Apg. 17,27), aber kein Heil erwarten. Denn auch wenn das natürliche Licht des einen Logos jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt ( Joh 1,9), besteht faktisch immer noch die Situation, dass der offenbarte Logos Jesus Christus abgelehnt wird (Joh 1,10f). Die Macht der Finsternis und der Sünde bleibt auch nach Kreuz und Auferstehung Christi in der Welt und das heißt: in den Religionen der Völker wirksam (Rö 1,21). Alle Menschen müssen sich deshalb vor dem Forum des Gerichtes Gottes verantworten (2 Kor 5,10; Mt 25 u.a.).

5.3. Universale Anbetungsgemeinschaft

Schon jetzt gibt es begründete Gewissheit des Heils für all die Menschen, die den Namen Jesu Christi im Glauben bekennen (Act 4,12; Joh 14,6; Rö 10,9f) und getauft sind durch das Bad der Wiedergeburt (Tit 3,5). In den Doxologien und Hymnen des Neuen Testamentes wird Jesus Christus schon jetzt (!) als der Herr aller Menschen und Völker besungen. (Phil 2,10f) Am Ende befinden sich – zumindest in diesen Texten – alle Völker mit Gott in einer feiernden Tisch- und Heilsgemeinschaft (vgl. Jes 25,6-9) der Anbetung Gottes. Freilich: Die Spannung von schon jetzt und noch nicht bleibt. Noch leben wir im Glauben nicht im Schauen (vgl. 1 Kor 13,12; 2 Kor 5,7). Diese Spannung gilt es auszuhalten, sie ist aber Motor und Perspektive für die Mission.

 

II. Dialog und Evangelisation als zwei Gestalten von Mission im Horizont von Wohl und Heil

Aus dem Gesagten lassen sich die beiden, in der aktuellen Debatte oft gegeneinander ausgespielten Begriffe Dialog und Evangelisation zusammenhalten[x]:

1. Dialog als ethische Aufgabe (Mission im Horizont des Schöpfungsauftrags)

Sache des interreligiösen und interkulturellen Dialoges ist es, religiöse Positionen und Traditionen kennenzulernen, einander zu verstehen, und sich tolerant und menschenfreundlich zu begegnen trotz religiöser, kultureller und ethnischer Verschiedenheit. Auf dem Hintergrund von Krieg, Terror und fortschreitenden ökologischen Katastrophen ist es eine vordringliche Aufgabe, voneinander zu lernen und einander zu helfen, indem wir gemeinsam Verantwortung übernehmen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in einer Welt, deren Wohl auf dem Spiel steht. Im Gespräch können gemeinsame religiöse Wurzeln entdeckt und Gottes Offenbarung, wie sie in Schöpfung und Geschichte geschieht und geschehen ist, in unterschiedlichen Gestalten betrachtet werden. In einem solchen bekenntnisgeprägten Dialog ist Fairness geboten. Ein herrschaftsfreier Raum muss gegeben sein. Im Dialog findet eine immer wieder neue Abklärung der eigenen Position statt, die christliche Identität kann so an Profil gewinnen. Dialog ist somit Friedensdienst, eine Aufgabe christlicher Ethik. Sie ist gleichsam „Vorletztes“[xi] und zugleich „Gebot der Stunde“.

 

2. Evangelisation als Bezeugung letzter Wahrheit (Mission im Horizont der Rechtfertigung)

Evangelisation unterscheidet sich vom interreligiösen Dialog wesentlich darin, dass sie nicht im humanen, sozialen oder politischen Engagement für die Welt und die Menschheit aufgeht, sondern auch „das Letzte“ (Bonhoeffer), was uns aufgetragen ist, nicht verschweigt, die Botschaft von der Rechtfertigung des Sünders (Rö 4,25). Die Mitte dieser Botschaft ist der gekreuzigte und auferstandene Christus für uns, also der Artikel, mit dem nicht nur die Kirche, sondern die ganze Welt steht und fällt[xii]. Es geht darum, das Wort vom Kreuz und die Gewissheit des Sieges Jesu Christi über den Tod in die Welt hinauszutragen und sie in Wort und Tat zu bezeugen[xiii]

 

3. Evangelisation und Dialog als zwei geschwisterliche Gestalten von Mission

Insofern ist Evangelisation ebenso wie interreligiöser Dialog, Grenzüberschreitung. Das uns Sündern wesensmäßig fremde Evangelium wird übersetzt in die Sprache der Liebe, auch wenn es in der Sache (Gott wird Mensch – Gott stirbt am Kreuz) anstößig und skandalös (1 Kor 1,18ff) bleibt.

Mission hat in diesem Sinn zwei verschiedene Gestalte: als Dialog ist Mission in erster Linie auf das Wohl der Welt und auf das friedliche und gelingende Zusammenleben der Menschen gerichtet, Evangelisation zielt auf die persönliche Zueignung des in Christus erworbenen Heils im Glauben.

Beide haben ihren tiefsten Grund in der missio des dreieinigen Gottes und können sich daher nicht ausschließen oder einander zuwider sein. Sie sind vielmehr Geschwister.

Mission kommt im Zuspruch des Auferstandenen an ihr Ziel, der nicht nur der Kirche, sondern aller Welt gilt: Friede sei mit euch! (Joh 20,19.21).


 

 


 


[i] Vgl. dazu K. Barths frühen Aufsatz, Die Theologie und die Mission in der Gegenwart, ZdZ 10, S. 204: „Muß es nicht etwa auch dem treuesten Missionar, auch dem überzeugtesten Missionsfreund zu denken geben, daß der Begriff missio in der alten Kirche ein Begriff aus der Trinitätslehre, nämlich die Bezeichnung für die göttlichen Selbstsendungen, die Sendung des Sohnes und des heiligen Geistes in die Welt gewesen ist?“

[ii] Vgl. S.J. Samartha, Mission in einer pluralen Welt, in: Horizontüberschreitung (hg. v. R. Bernhardt), Gütersloh 1991, S. 200: „Mission ist Gottes fortgesetztes Handeln durch den Geist, um die zerbrochene Schöpfung zu heilen, um die Zersplitterung der Menschheit zu überwinden, und um die Kluft zwischen Menschen, Natur und Gott zu überbrücken.“

[iii] Vgl. aaO, 200: „Christen bekennen, daß dieses Handeln [Gottes] für sie auf entscheidende Weise in Jesus Christus offenbart ist, durch sein Leben, Wirken und Lehren, durch seinen Tod und seine Auferstehung.“

[iv] Vgl. Gottes Lust am Menschen..., hg. v. Amt für Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste der Ev. Kirche im Rheinland, Düsseldorf 2001, 7.

[v] Die Barmer Theologische Erklärung: Einführung und Dokumentation, hg. v. Alfred Burgsmüller und Rudolf Weth mit einem Geleitwort von Eduard Lohse, Neukirchen 1983, 36.

[vi] Vgl. dazu auch nochmals die beiden Sätze von Barmen III (s.o. 3.): der erste ist Entfaltung der Verheißung: Christus handelt durch seine Kirche. Der zweite ist Entfaltung des Gebotes: die Kirche hat zu bezeugen.

[vii] Vgl. dazu insgesamt den Artikel V der Augsburger Konfession, Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche 58. In der Interpretation dieses zentralen Stückes der CA ist zu bedenken, dass nicht nur die innere Klarheit („ubi et quando visum est Deo“), sondern auch schon die äußere Klarheit des Wortes Werk des Heiligen Geistes ist („tamquam per instrumenta donatur spiritus sanctus, qui fidem efficit.“), vgl. Luthers Bekenntnis am Ende seiner großen Abendmahlsschrift von 1528: „So kommt der heilige Geist und gibt sich uns auch ganz und gar, der lehret uns solche Wohltat, uns erzeiget, erkennen, hilft sie empfangen und behalten, nützlich brauchen und austeilen, mehren und fördern, und dasselbige beide, innerlich und äußerlich.“ (WA 26,505f.)

[viii] Großer Katechismus Martin Luthers zum 3. Glaubensartikel, Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche 654, Text modernisiert.

[ix] Vgl. E. Jüngel, Was hat die Predigt mit dem Text zu tun, in: Homiletisches Lesebuch, Tübingen 1989, 118 „Die Gnade Gottes schafft eine neue Situation, in der Gott selbst in Jesus Christus mit uns zusammen sein will. So wie Gott versöhnend in Christus war, sollen wir versöhnt in Christus sein (2 Kor 5,19.17-21). Diese eschatologisch neue Situation ist für Paulus die Ermöglichung der Verkündigung. [...] Die Verkündigung verdankt sich also dem von Gott selbst aufgerichteten Wort der Versöhnung, das seinerseits in der Verkündigung (denn Gott ruft durch uns) laut werden  will.“

[x] Dem Verf. ist bewusst, dass sich die Begriffe Mission, Evangelisation und Dialog in dieser Zuordnung nicht in der Literatur finden. Dennoch soll hier einmal der Versuch gemacht werden, um der Klarheit der theologischen Rede willen, Mission als übergeordneten Begriff zu verstehen, dem dann die beiden anderen zugeordnet werden. Dies ist auch im Blick auf die Frage des Subjektes zu bedenken. Im einen Fall (Evangelisation) ist Gott primäres Subjekt, die Kirche lediglich Werkzeug. Im anderen Fall (Dialog) ist dagegen die Kirche kooperierendes Subjekt, hier geht es um ein geistgewirktes Zusammenwirken von Gott und Mensch.

[xi] Vgl. Dietrich Bonhoeffer, Ethik, 133ff, 12. Aufl., München 1988.

[xii] Vgl. Schmalkaldische Artikel II, Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche, 415: „Von diesem Artikel kann man nichts weichen oder nachgeben, es falle denn Himmel und Erden“.

[xiii] Vgl. Samartha, aaO: „Mission bedeutet, sowohl Zeugnis von Gottes Offenbarung und Erlösungshandeln in Christus abzulegen, als auch den Menschen in seinem Namen sowie durch die Macht des Geistes zu dienen.“