Zur Geschichte der Evangelischen Sammlung

Die »Erklärung« der Evangelischen Sammlung, die sie 1969 auf dem damaligen Höhepunkt kirchlich-theologischer Verwirrungen vorgelegt hat, ist heute so aktuell wie damals. Sie ist inzwischen von über 2000 Gliedern unserer Kirche, Theologen und Nichttheologen, unterschrieben worden.

Die Erklärung lautet:

Die Kirche lebt davon, dass Gott durch Christus die Welt mit sich selbst versöhnt hat, sie mit seinem Wort und Geist regiert und sie seiner Zukunft entgegenführt. Darum erklären wir folgendes:

  1. Die Heilige Schrift bleibt die einzige Quelle und der verbindliche Maßstab für das Reden und Handeln der Kirche. Sie allein bezeugt Jesus Christus; sie allein bringt das Wort von der Versöhnung; sie allein zeigt, wie Gott die Welt retten und seine Kirche schaffen und erhalten will. Wir warnen davor, im Reden und Handeln der Kirche den Menschen und die menschliche Gesellschaft der Autorität der Heiligen Schrift überzuordnen.

  2. Die Neugestaltung der Kirche erwarten wir nur aus dem Wort und dem Geist Gottes, also durch die Predigt und die Sakramente in der Gemeinschaft der Glaubenden. Wir warnen davor, eine Erneuerung der Kirche aus entlehnten strukturellen Änderungen und organisatorischen Reformen zu erhoffen.

  3. Die Besserung mitmenschlicher Verhältnisse gehört zur Aufgabe aller Christen. Aber sie erinnern daran, dass eine Erneuerung des Menschen sich nur im Glauben an Christus ereignet und sie erwarten eine gute Welt nur von der neuen Welt des wiederkommenden Herrn. Wir warnen davor, an den Menschen zu glauben und von der Veränderung der Verhältnisse des Menschen eine wahre Menschlichkeit erwarten zu wollen.

Wir bitten alle, zu bedenken, was sich aus diesen Grundlinien ergibt, und weisen etwa auf Fragen der Ordination, der Diakonie und der Demokratisierung der Kirche hin:

  1. Die Anerkennung der Heiligen Schrift als Quelle und Maßstab allen kirchlichen Redens und Handelns ist Grundvoraussetzung der Ordination zum öffentlichen Predigtamt.

  2. Die Diakonie der Kirche ist nirgends zu trennen von der Verkündigung der Christusbotschaft und von der Glaubensgemeinschaft der Christen. Ihr Handeln ist Frucht und Forderung dieses Glaubens und unterscheidet sich darin von jedem rein sozialhumanen oder rein politischen Tun.

  3. Die Demokratisierung der Kirche hat ihr Maß und ihre Grenzen an der Christokratie in der Kirche. Die Taten Gebote und Verheißungen Gottes ertragen keine Majorisierung durch Mehrheitsabstimmungen.

Wir bitten Sie, sich die Anliegen der Evangelischen Sammlung zueigen zu machen und diese Erklärung zu unterzeichnen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.